Folge 5: Österreichs Rolle in Europa erklärt
Shownotes
Martina Klenner-Auvillain spricht über die Bedeutung der Europäischen Union in geopolitisch herausfordernden Zeiten und erklärt, warum europäische Zusammenarbeit heute wichtiger denn je ist. Im Podcast geht es um die historische Entwicklung der EU, aktuelle Krisen, Österreichs Rolle in Europa sowie darum, wie politische Entscheidungen auf europäischer Ebene vorbereitet und getroffen werden.
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00:00:00: Die EU ist kein fertiges Produkt, die EU ist ein Projekt an dem wir alle mitarbeiten müssen um es auch kontinuierlich zu verbessern.
00:00:12: Ist die Europäische Union perfekt?
00:00:15: Nein vermutlich
00:00:16: ist sie das nicht.
00:00:16: wie viele Projekte an denen man arbeiten muss wo man sich einbringen muss und eben auch Dinge zu verbesseren.
00:00:27: Herzlich willkommen am Ballhausplatz, dem Podcast des österreichischen Bundeskanzlers.
00:00:33: Mein Name ist Amra Ducic und gemeinsam blicken wir hinter die Kulissen und sprechen über aktuelle Schlagzeilen.
00:00:39: Heute begrüße ich Martina Klener-Uwelein im Studio.
00:00:45: Sie ist Diplomatin und war im Außendienst tätig an EU-Institutionen.
00:00:52: Heute ist sie Gruppenleiterin in der Sektion für EU Internationales im Bundeskanzleramt, und gemeinsam sprechen wir über das Thema Europa.
00:01:01: Herzlich willkommen!
00:01:02: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:04: Der Europatag ist ja am neunten Mai bekanntlich.
00:01:07: Warum ist die EU aus ihrer Sicht, aus Sicht einer Expertin heute vielleicht wichtiger denn je?
00:01:15: Ja also ich finde da muss man sich ein bisschen auch an die Historie erinnern.
00:01:22: Europatag, neunter Mai, der französische Außenminister Schumann hat damals diese sogenannte Schumannerklärung abgegeben und sich dafür eingesetzt, dass Deutschland und Frankreich wohlgemerkt im Jahr fünftig also nicht lange nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sich zusammen tun.
00:01:45: Und die Kohle- und Stahlproduktion unter die Aufsicht einer gemeinsamen Behörde stellen.
00:01:51: das ist insofern beachtlich weil es wie gesagt nur sehr kurze Zeit nach dem Ender des zweiten Weltkrig war war eigentlich der Beginn dieses Grundgedankens der Europäischen Union, dass die Zusammenarbeit in der Wirtschaft eigentlich Frieden schaffen kann.
00:02:10: Weil durch Wirtschaftszusammenarbeit auch politische Zusammenarbeit entstehen kann, und das ist ja dann auch geschehen.
00:02:16: Und nur ein Jahr später bereits, seit deiner Zeit, hat die sechs Gründungsmitgliedstaaten der Europäischen Union eben diese europäische Gemeinschaft für Kohle- und Stahl gegründet haben.
00:02:29: Das war der Vorgänger zur Europäischen Union wie wir sie heute kennen Nunmehr jetzt heute eben mit siebenundzwanzig Mitgliedstaaten.
00:02:38: Vierhundertfünfzig Millionen Menschen, die in der Europäischen Union leben und das ist eine große gebalte Wirtschafts- und politische Macht oder auch ein Machtzentrum geworden.
00:02:52: Und so gesehen war dieses Projekt ein großer Erfolg und dieser Grundgedanke der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, der ist weiterhin sehr relevant.
00:03:03: Ich glaube, dass wir sagen können, dass die Europäische Union ein großer Erfolg war.
00:03:10: Oft vergisst man das natürlich wenn man in einer Welt lebt, in der Dinge oft selbstverständlich scheinen aber Dinge wie viele Länder des Schengenraums ohne Reisepass reisen zu können ohne Roaming-Kosten telefonieren zu können, wenn man ins Ausland fährt oder Fluggastrechte zu haben.
00:03:32: Wenn das Flugzeug verspätet ist bei einer Reise ins Auslands.
00:03:36: Ich glaube es sind alles wertvolle Errungenschaften die wir nicht missen wollen.
00:03:43: So gesehen hat dieser Grundgedanke um auf den Herrn Schumann zurückzukommen und auf das Jahr Wirtschaftliche Zusammenarbeit kann Motor für mehr sein.
00:03:59: Unter den Österreicherinnen und Österreichern hat ja die EU oft ein negatives Image als Bürokratieapparat, der nur kostet.
00:04:08: Warum ist das nicht so?
00:04:10: Was spricht aus ihrer Sicht für die Europäische Union?
00:04:14: Ja also ich glaube Jeder muss natürlich in Österreich an dieses berühmte Beispiel der Gurkenkrümung denken.
00:04:22: Man muss allerdings sagen, dieses eine Beispiel ist eigentlich Fake News könnte man sagen.
00:04:29: Diese Kategorien zu Gurken, die wurden in der Tat bereits neunzehntzig in Österreich festgelegt.
00:04:36: Also dieses Beispiel ist eigentlich nicht wirklich korrekt.
00:04:40: aber man muss natürlich zugeben und auch dazu sagen Die EU ist kein fertiges Produkt.
00:04:47: Die EU is ein Projekt Ein Projekt, an dem wir alle mitarbeiten müssen um es auch kontinuierlich zu verbessern.
00:04:57: Ist die Europäische Union perfekt?
00:05:00: Nein vermutlich ist sie das nicht.
00:05:01: wie viele Projekte an denen man arbeiten muss wo man sich einbringen muss um eben auch Dinge zu verbesseren.
00:05:11: Österreich tut das.
00:05:13: Wir sind sehr aktiv in vielen Politikbereichen der Europäischen Union, wo wir versuchen unsere Gedanken einzubringen und stetig eben daran mitzuwirken dass die EU auch besser wird.
00:05:27: Ich wollte noch kurz auf eine Sache eingehen, die wird auch sehr oft im öffentlichen Diskurs erwähnt.
00:05:33: Das ist die Tatsache, dass Österreich ein Nettozahler ist.
00:05:39: aktuell an die zehn Netto-Zahler und es gibt auch Nettoempfänger, das in Ländern Mitgliedsstaaten der Wirtschaftsleistung nicht so gut ist wie jene von Österreich.
00:05:51: Und hier zum Beispiel bringt sich Österreich sehr ... intensiv ein um die Verhandlungen, die jetzt gerade laufen für das nächste EU-Budget so zu gestalten dass es ein sparsames effizientes und auch modernes EU Budget ist.
00:06:09: Es geht darum, dass wir die EU Zukunftsfit machen wollen.
00:06:14: Wie soll das jetzt genau passieren?
00:06:17: Es gibt ein paar Ansatzpunkte.
00:06:19: zum Beispiel ganz wichtig Das ist etwas was sich glaube ich viele Mitgliedstaaten gerade anschauen der Bürokratieabbau.
00:06:29: Wie kann das Umfeld für die Wirtschaft so gestaltet werden, dass die Wirtschaft und die Unternehmen so gut wie möglich arbeiten können?
00:06:41: Und hier ist es ganz wesentlich, dass wir uns dafür einsetzen, dass Verordnungen, Richtlinien so geschrieben werden, nur diese Berichtspflichten zum Beispiel mit sich bringen, die wirklich notwendig sind.
00:06:58: Und die gute Nachricht ist dass die aktuelle EU-Kommission unter der Führung von Präsidentin von der Leyen meiner Einschätzung nach diese Notwendigkeit wirklich verstanden hat.
00:07:12: also ich glaube diese Botschaft ist angekommen das viele Mitgliedstaaten wollen, dass effizienter schlanker und zielgerichteter gearbeitet wird.
00:07:22: Und natürlich, das muss man auch dazu sagen ist auch jeder Staat der in der EU ist angehalten diese Sachen auch national zu machen und hier auf seine eigenen Hausübungen zu machen.
00:07:35: Das versuchen wir ja auch gerade in Österreich Genau!
00:07:40: Dieses EU-Budget soll dann nächstes Jahr in Kraft treten und abgeschlossen werden.
00:07:48: Hier bringen wir uns sehr intensiv dafür ein, dass es effiziente und schlanke Strukturen geben wird.
00:07:55: Wer ist wie?
00:07:56: Gehen Sie da auch auf Kolleginnen und Kollegen die im Außenministerium arbeiten oder im Bundeskanzamt und in der EU sind.
00:08:06: Sie waren ja auch selber in den Institutionen tätig.
00:08:09: Meinen sie solche Menschen überwiegend Politiker.
00:08:14: Wie ist das?
00:08:15: Wie kann man sich das vorstellen, geben Sie da vielleicht ein bisschen Einblicke?
00:08:19: Ja gerne!
00:08:19: Also ich glaube... was ganz wichtig ist, es muss ein Schulterschluss sein und ein gemeinsames Vorgehen.
00:08:27: Und da meine ich sowohl die Ebene der Politik wo ja dann schlussendlich eben diese Entscheidungen dann getroffen werden als auch die vorbereitende Ebene die natürlich von Mitarbeitern der Bundesministerien und eben von Mitarbeiter wie mir hier im Bundeskanzleramt abgedeckt werden.
00:08:49: Verhandlungen, die beginnen auf unterster Ebene im Rat in sogenannten Ratsarbeitsgruppen und landen dann schlussendlich im sogenannten Ausschuss der Erständigen Vertreter.
00:09:01: Und dann schlußendlich dem Rat der EU wo eben unter anderem Finanzminister, Europaminister aber auch Landwirtschaftsminister die Entscheidungen und Beschlüsse treffen müssen zu zukünftigen EU-Rechtsakten.
00:09:18: Ich glaube, ganz wichtig ist – und das unterschätzt man oft – sprechen und der Dialog mit anderen EU-Mitgliedstaaten, das versuchen wir beim EU-Budget sehr stark.
00:09:33: Das nennt sich auf EU eben eine sogenannte Like-Minded Gruppen, Staaten die ähnliche Interessen haben, ähnlichen Ziele.
00:09:40: natürlich ist es nie so dass sich alle Ziele decken.
00:09:44: Es gibt halt manche Überschneidungen und mancher gemeinsame Positionen Und dann gibt's wieder andere Bereiche wo man vielleicht nicht immer einer Meinung ist.
00:09:53: aber sozusagen die Kühe in unserem täglichen Arbeitsgeschehen ist es eben zu sprechen mit anderen Staaten und zu versuchen, sie zu überzeugen.
00:10:07: von seinen eigenen Ideen.
00:10:08: Und ich glaube, das ist ganz wichtig!
00:10:10: Es geht auch darum nicht nur zu verhandeln sondern auch informelle Kontakte zu anderen, zu befreundeten Mitgliedstaaten zu halten und sie von den eigenen Ideien zu überzeugen.
00:10:25: Ich erinnere mich an manche unserer EU-Botschafter die immer wieder gesagt haben, die sehr wahren Worte in unserer Arbeit, in Brüssel.
00:10:38: Einerseits ist die Geschwindigkeit sehr wichtig also man muss natürlich schnell sein aber was auch sehr wichtig ist sind gute Ideen.
00:10:47: und ich glaube wenn man gute Ideien hat und sich auch nicht scheut diese guten Ideen vielleicht zu Papier zu bringen und diese guten ideen dann auch ein bisschen zu bewerben unter den anderen Mitgliedstaaten, die ja dann sozusagen die Verhandlungspartner sind in diesen Gremien, die ich vorher angesprochen habe.
00:11:09: Dann ist das schon ein sehr guter Weg für einen möglichen Erfolg.
00:11:17: genau und dieser EU Botschaft hat immer gesagt In Brüssel der Fressen nicht immer die Großen, die Kleinen sondern schnellen Fressen, die langsamen.
00:11:29: Das ist natürlich nicht immer richtig aber es ist schon ein geflügeltes Wort das in sehr vielen Bereichen seine Wichtigkeit hat.
00:11:37: also gute Ideen, ein gewisser Ehrgeiz und Fleiß diese Ideen dann auch zu Papier zu bringen sie zu bewerben bei den anderen und da natürlich ganz wichtig Der Einsatz dann in den Verhandlungsgremien auf allen Ebenen.
00:11:55: Das beginnt beim Mitarbeiter, der auf dieser untersten Ebene beginnt die Ideen vorzutragen bis zum EU-Botschafter, bis dann eben zum Minister und am Ende dem Bundeskanzler im Europäischen Rat wo auch die Beschlüsse für eine EU Budget gefällt werden.
00:12:16: Apropos EU-Budget haben diese Woche genehmigte die Europäische Kommission den vierten Zahlungsantrag für die Auszahlung von EU Aufbauplanmitteln in Höhe von dreihundertfünfundzwanzig Millionen Euro.
00:12:28: Wie viel der Mittel aus dem EUaufbauplan hat Österreich damit abgeholt und wofür werden diese verwendet?
00:12:35: Ja, also vielleicht wenn wir über den EUAufbauplan sprechen.
00:12:40: Dann möchte ich gerne nochmal kurz einen Schritt zurücktreten, dieser EU-Aufbauplan.
00:12:46: Das war ja die Idee der europäischen Kommission anlässlich des Ausbruchs der Corona-Krise und damals wenn wir uns erinnern das war ja alles sehr dramatisch und innerhalb von ein paar Tagen hatte man den Eindruck dass Land steht still und dann stand auch irgendwann fast die Wirtschaft still und der Urgedanke dieses Aufbauplans der Wirtschaft im Gefolge dieses Schocks, der Corona-Krise wieder auf die Beine zu helfen.
00:13:16: Und wir haben das dann auch eben relativ rasch begonnen einen solchen Plan in Österreich zu erstellen.
00:13:23: und jetzt, zwanzig sechsundzwanzig also eigentlich sechs Jahre später kommt dieser Plan zu seinem Ende.
00:13:32: und die gute Nachricht ist eben dass vor ein paar Tagen die europäische Kommission den vierten Zahlungsantrag genehmigt hat und das bedeutet, dass ninety-two Prozent der Gelder von Österreich bereits jetzt abgeholt sind.
00:13:49: Also das sind sehr gute Nachrichten.
00:13:52: Insgesamt hat dieser Vorjahr siebenhundertzwanzig Milliarden Euro umfasst und für Österreich waren an die vier Milliarden Euro insgesamt vorgesehen.
00:14:05: Man kann alles in allem sagen, dass wir sehr erfolgreich waren.
00:14:09: Konkrete Projekte.
00:14:11: Es wurden etwa Photovoltaikanlagen damit finanziert, CO²-freie LKWs, Busse auch sehr interessant und vielleicht für Schülerinnen und Schüler eine wichtige Sache diese Laptops und Tablets in Schulen.
00:14:33: oder Ja, es gab viele Projekte etwa auch zu Quantum.
00:14:40: Also einige eine Vielzahl an Projekten die finanziert wurden und eigentlich ein sehr positives Ergebnis konnte erzielt werden.
00:14:52: Neben dem EU-Aufbauplan ist die Sektion für viele Bereiche zuständig.
00:14:56: was umfasst ihr Aufgabengebiet?
00:14:59: Ja, also die Sektion IV im Bundeskanzleramt.
00:15:03: Das ist die Session für EU internationales und gesamtstaatliche Koordinierung.
00:15:11: Wir sind wie wir immer so gerne sagen ein bisschen das Herzstück und der Maschinenraum der EU-Arbeit der Republik Österreich.
00:15:23: Es gibt ein Bundesministeriengesetz, in dem steht dass das Bundeskanzleramt für die grundsätzlichen Fragen der österreichischen EU-Mitgliedschaft zuständig ist und das versuchen wir in unserer täglichen Arbeit umzusetzen.
00:15:44: Ja wie machen wir das?
00:15:47: Hier es sehr wichtig etwas da sehr technisch klingt – die sogenannte EU-Koordinierung.
00:15:54: Hier geht es wirklich darum, geeint und mit einer Stimme auf EU-Ebene aufzutreten.
00:16:00: Also ich glaube das Schlimmste, dass ein Mitgliedstaat einem Akteur auf EU Ebene passieren kann ist, dass der eine eines sagt und der andere etwas anderes sagt.
00:16:11: Und wir sehen unsere Aufgabe im Bundeskanzleramt So gut es uns möglich ist, zu gewährleisten dass Österreich in Brüssel und auf EU-Ebene mit einer Stimme spricht.
00:16:24: Und das wir alle an einem Strang ziehen.
00:16:27: Alle zwölf Bundesministerien die ja jeweils in ihren Ratsformationen vertreten sind.
00:16:37: Davon gibt es zehn aktuell und dann gibt's natürlich den König der Räte, das ist der sogenannte europäische Rat.
00:16:43: Das ist das Gremium in dem uns Bundeskanzler Stocker vertritt und die Aufgabe dieses Gremiums ist, die grobe Richtung vorzugeben.
00:16:55: Das is sozusagen die Leitlinien vorzugeven und zu sagen, in welche Richtung wir uns alle strategisch bewegen sollen.
00:17:07: Im täglichen Brot schaut das dann so aus, wir haben sehr viele engagierte Mitarbeiter die mit sehr viel Fleiß und auch zeitlichen Aufwand muss man sagen.
00:17:21: Die Sitzungen in Brüssel vorbereiten.
00:17:23: es ist ja hier ein Tempo dass nicht immer sozusagen gerade langsam ist.
00:17:29: Wir haben letztes Jahr nur um so eine Idee zu haben Dieses Kremium von dem ich gesprochen habe, das ist dieser sogenannte Ausschuss der ständigen Vertreter.
00:17:39: Das ist das wichtigste Kremiamm auf EU-Ebene in dem wir im Rat verhandeln.
00:17:45: Da sitzen unsere beiden EU-Botschafter drinnen und wir hatten etwa hundert Sitzungen im Bereich des ASDV II.
00:17:54: Das dieses Kremien um sich vermehrt um Außenpolitik Sicherheit, Migration kümmert und etwa fünfzig Meetings im ASTV-Eins.
00:18:07: Also das heißt wir kommen da alleine auf hundertfünfzig Meetigs hinzukommen eben die Räte an europäischen Räten.
00:18:14: und für all das ist es unsere Aufgabe Dokumente vorzubereiten und dafür Sorge zu tragen, dass die Menschen, die dann in Brüssel hinter dem Österreich-Schild sitzen auch wirklich ja gekonnt und effizient unsere österreichischen Interessen vertreten.
00:18:34: Vielleicht nur ganz kurz ein sehr technisches Wort aber es ist nicht ganz uninteressant.
00:18:38: wir schicken sogenannte Weisungen nach Brüssel.
00:18:42: das ist eine Art von Sprächinstruktion wo unsere Verhandlungspositionen wirklich niedergeschrieben sind.
00:18:53: und diese Verhandlungspositionen sind nicht irgendetwas, was sich eine Person ausgedacht hat.
00:18:59: Sondern das sind wirklich Positionen die innerhalb aller zuständigen Bundesministerien abgestimmt sind und auch koordiniert sind.
00:19:08: also diese Sprechen mit einer Stimme ist hier sehr wichtig.
00:19:13: Wir koordinieren aber nicht nur, sondern wir kommunizieren auch und das ist der zweite Standbein innerhalb unserer Sektion eben für Europaangelegenheiten.
00:19:26: Das ist die Europakommunikation und da gibt es verschiedenste Initiativen manche davon sind recht bekannt andere vielleicht weniger mit denen wir versuchen der österreichischen Bevölkerung EU einfach ein bisschen näher zu bringen und auch greifbar zu machen.
00:19:47: Bekannte sind vielleicht oder manchen bekannt, die sogenannten Schülerreisen zu den Institutionen nach Brüssel.
00:19:56: Es wurden bereits mehr als zehn tausend Schüler, haben seit Jahrzehntzweiundzwanzig bereits die Brüsseler EU-Institutionen besucht.
00:20:05: Ich glaube das ist ein guter Erfolg und es zeigt sich auch deshalb weil die Bewerberzahlen sind in den letzten Jahren konstant nach oben gegangen und wir im letztes Jahr fast über viertausend Bewerbungen gehabt, die dann schlussendlich diese Reise absolviert haben.
00:20:22: Ebenso eine andere Initiative ist der Europastatspreis.
00:20:27: der wurde in drei Kategorien vergeben, Europa erklären, Europa gestalten.
00:20:34: und ich glaube es gibt auch noch eine dritte Kategorie.
00:20:39: Der Name mir jetzt allerdings gerade entfallen ist.
00:20:41: aber das Wichtige ist dass genau hier in diesen Kategoren dargelegt ist, worum es eigentlich geht.
00:20:48: Das eine ist sozusagen der Status quo aber das andere sind auch die Visionen und die Ideen, die wir alle gemeinsam entwickeln müssen wohin sich die Europäische Union entwickeln kann und soll.
00:21:01: Apropos Entwicklung Wir stehen ja global gerade in sehr herausfordernden Zeiten mit vielen Krisen Krieg Wie wirkt sich das auf die EU aus?
00:21:16: Was passiert da gerade?
00:21:19: Ja, also ich glaube... Die Europäische Union ist ja eigentlich seit ihrem Anbeginn und man muss sagen insbesondere in den letzten beiden Dekaden mit einer Kaskade an Krisen eigentlich konfrontiert gewesen.
00:21:37: Man denke zurück, es gab die Bankenkrise, es gibt die Staatsschulbenkrise, die Migrationskrise und aktuell beschäftigen wir uns natürlich einerseits mit dem Krieg in der Ukraine und natürlich dann auch mit der Situation im Nahen Osten und davon ausgelöst jetzt natürlich auch mit großen Herausforderungen im Bereich der Energie.
00:22:02: Ich glaube, das ist jetzt natürlich ein etwas abgegriffener Vergleich.
00:22:07: Aber dass jede Krise auch eine unglaubliche Chance ist für die Weiterentwicklung und in Wahrheit hat sich die Europäische Union insbesondere in den letzten Dekaden mit jeder Krise eigentlich signifikant weiterentwickelt einerseits im strategischen Wirken andererseits auch eigentlich mit ihrem Rechtsbestand.
00:22:31: Es wurden dann anlässlich jeder Krise neue Rechtsakte diskutiert, überlegt und dann auch angenommen um in Zukunft besser einfach reagieren zu können.
00:22:44: das heißt die Krisen sind natürlich immer da gewesen und waren auch immer irgendwie ein Bestandteil oder auch ein Motor in der Fortentwicklung der Union.
00:22:56: Und ich glaube, dass die EU insbesondere was jetzt den russischen Angriffskrieg in der Ukraine betrifft sehr stolz auf sich sein kann.
00:23:08: Was es betrifgt das sie sehr geeint darauf reagiert hat man hat sich eigentlich nicht auseinander dividieren lassen Und das ist nicht selbstverständlich, also das ist sehr gut gelungen.
00:23:21: Immerhin hat die Union sehr viele gemeinsame Sanktionenpakete angenommen.
00:23:28: Man hat sehr gezielt reagiert auf Herausforderungen, die damit gekommen sind.
00:23:36: und was glaube ich letzten Endes auch eine große Erkenntnis war?
00:23:41: Ist dass die Europäische Union an ihrer Eigenständigkeit und an ihrer Souveränität arbeiten muss.
00:23:48: Und das ist etwas, wo die Arbeiten aktuell sehr intensiv am Laufen sind.
00:23:53: Es geht darum, die Unabhängigkeit der Union in Energiebelangen und in Wirtschaftsbelangen also Stichwort Lieferketten einfach zu verbessern.
00:24:04: Das geht natürlich nicht von einem Tag auf den anderen, es braucht Zeit und es geht ja auch darum wenn man neue rechtliche Rahmenbedingungen schafft, dass diese auch ordentlich gemacht sind und auf soliden Deinen stehen.
00:24:21: Und da laufen sehr intensive Arbeiten im Moment eben an verschiedensten Fronten.
00:24:28: Es gab auch recent jetzt neue Vorschläge um die Energieunabhängigkeit der Union zu stärken.
00:24:35: Das ist nicht ein Thema sondern das sind viele verschiedene Stränge an denen man arbeiten muss Und da braucht es natürlich auch etwas Geduld und etwas einen langen Atem.
00:24:46: Aber ich muss jetzt sagen rückblickend habe ich gesehen, dass anlässlich der vergangenen Krisen es dann immer sehr gut geschafft hat wenn man etwas geduldig war und darauf gewartet hat die diese Rechtsakte dann fertig verhandelt worden sind, beschlossen worden sind und dann schlussendlich eben in Kraft getreten sind.
00:25:09: Dass da auch sehr viele gute Dinge gemacht wurden, die die Union weiterentwickelt haben.
00:25:16: also so gesehen glaube ich dass man die Krisen als Chance genützt hat eine Weiterentwicklung der Europäischen Union irgendwie hinzukriegen Und die ist ja wirklich notwendig Weil wie gesagt, ich glaube es geht auch darum zu realisieren dass die Union nur so gut sein kann.
00:25:38: Wie alle siebenundzwanzig Mitgliedstaaten Sie auch machen.
00:25:41: also ist natürlich leicht zu sagen die EU ist mühsam Es ist alles kompliziert wir verstehen das nicht.
00:25:47: Das ist natürlich in manchen Belangen richtig.
00:25:49: Die union hat sicherlich Verbesserungsbedarf In manchen Dingen und da bemühen sich auch viele Dass das irgendwie hingekriegt wird.
00:25:59: Aber, um... Es ist so, dass auch bereits sehr viel geschafft wurde und ich glaube man muss hier eben auch wirklich das positive hervorkehren.
00:26:10: Ich habe ja vorher schon erwähnt all diese Errungenschaften die man so einfach vergisst wie das Reisen ohne Reisebasst, die Konsumentenschutzrechte, die signifikant gestärkt wurden in den letzten Jahren um nochmal diesen Bogen dorthin zu spannen.
00:26:26: thematisch Man soll das halt immer wieder in den Fokus rücken, um es nicht ganz zu vergessen.
00:26:35: Vielen Dank für die spannenden Einblicke in die Europäische Union!
00:26:41: Das war am Ballhausplatz der Podcast-Isustrationen
00:26:44: Bundeskanzleramt nachzuhören auf allen gängigen Plattformen
00:26:48: wo es Podcasts
00:26:49: gibt.
00:26:50: Vielen dank fürs
00:26:52: Zuhören bis zum nächsten Mal.