Folge 20: EU-Budget: Wo soll Europa sparen?
Shownotes
Die EU steht vor großen Entscheidungen: Beim nächsten mehrjährigen Finanzrahmen geht es um fast zwei Billionen Euro, gleichzeitig um Europas Wettbewerbsfähigkeit, Sicherheit und Handlungsfähigkeit. Europaministerin Claudia Bauer spricht über den Mehrjährigen Finanzrahmen, über eine kleinere EU-Kommission und weshalb es für einen EU-Beitritt der Ukraine keine Abkürzung geben kann.
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00:00:00: Prioritäten zu setzen bedeutet nicht, dass man jede Wunschliste abarbeitet und automatisch erfüllt.
00:00:05: Selbstverständlich hat jedes der siebenundzwanzig EU-Länder hier unterschiedliche Schwerpunkte und unterschiedliche Bereiche wo wir ein starkes Europa auch brauchen.
00:00:14: aber ich denke wir sollten uns gerade anlässlich der Budgetverhandlungen auch stärker mit der Frage beschäftigen, wo brauchen wir?
00:00:21: Denn diese Handlungsfähigkeit, wo müssten sich siebenundzwanzig Länder einig sein und wo sind Entscheidungen ohnehin auch rechtlich besser aufgehoben?
00:00:30: Auf nationaler Ebene das Prinzip der Subsidiarität.
00:00:33: Das ist in den vergangenen Jahren ja manchmal zu sehr in den Hintergrund gerügt.
00:00:42: Herzlich willkommen am Ballhausplatz, dem Podcast des österreichischen Bundeskanzlers.
00:00:47: Mein Name ist Amra Mullich und gemeinsam blicken wir hinter die Kulissen und sprechen über aktuelle Schlagzeilen.
00:00:53: Diese Woche begrüße ich Europaministerin Claudia Bauer im Studio.
00:00:57: Wir sprechen über Entscheidungen, die bestimmen werden wie handlungsfähig Europa in den kommenden Jahren ist.
00:01:04: Über den mehrjährigen Finanzrahmen, über die Zukunft der Europäischen Kommission und über den europäischen Weg der Ukraine.
00:01:11: Herzlich willkommen!
00:01:12: Danke für die Einladung.
00:01:14: Bei mehrjährigem Finanzrahmens, zwanzig-achtundzwanzig bis zwanzikvierunddreißig stehen fast zwei Billionen Euro im Raum.
00:01:21: Zugleich soll die Union neue Aufgaben bewältigen, sich auf weitere Mitglieder vorbereiten und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken.
00:01:28: Frau Ministerin, braucht Europa dafür mehr Geld oder vor allem klare Prioritäten?
00:01:34: Es braucht klare prioritäten nämlich genau auf die Bereiche wo wir tatsächlich einen Mehrwert haben, wo unser Standort einem Mehrwert hat und insgesamt auch die Jugendbürgerinnen und Jugendbürgers sehen dass es sich auszahlt.
00:01:47: Und da sind wir im Moment bei den Verhandlungen noch weit entfernt von einer Landezone.
00:01:51: Es hat zuletzt einen Vorschlag vor wenigen Wochen noch unter zypriotischem Vorsitz gegeben, der war leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
00:01:59: Sie haben den ursprünglichen Vorschlag der Kommission um nicht einmal zwei Prozent reduziert.
00:02:04: das ist in unseren Augen reine Kosmetik.
00:02:06: also Wir werden hier weiter verhandeln und insbesondere einen Fokus aus österreichischer Perspektive genau auf die Bereiche legen wo wie eine starke handlungsfähige europäische Union brauchen, wo wir umgekehrt auch im Sinne Österreichs viele Gelder zu uns nach Hause holen können sei das im Bereich der Forschung und Wissenschaft.
00:02:24: Sei es im Bereich Migration und Sicherheit.
00:02:27: Sei dies bei ländlichen Raum- und Landwirtschaft insbesondere und viel mehr.
00:02:31: Dort haben wir den besonderen Schwerpunkt und dort ist es auch notwendig dass wir diese Gelder abholen in Brüssel.
00:02:37: Zur Einordnung, was ist der mehrere Finanzrahmen überhaupt und warum betrifft eine Entscheidung über die Jahre zwanzig-achtundzwanzig bis zwanzighierunddreißig die Menschen in ganz Österreich?
00:02:48: Der mehrjährige Finanzrahmen ist das EU-Budget.
00:02:51: Das wird gleich nicht nur mehrere Jahre verhandelt, sondern gilt dann auch mehrere Jahre also hat eine Laufzeit von sieben Jahren und es regelt sozusagen wie hoch die nationalen Beiträge der SIEBENundSANZIG Mitgliedsländer sind wo die Prioritäten liegen und wie dementsprechend auch die finanziellen Ressourcen in den einzelnen EU-Schwerpunkten ausgestattet sind.
00:03:13: Sie bezeichnen die aktuelle Verhandlungsbox als Nogo-Box.
00:03:17: Was ist aus Ihrer Sicht daran nicht akzeptabel?
00:03:20: Ja, in Brüssel sagt man immer zu diesen Verhandlungsboxen Nego-Box kommt von der Negotiation.
00:03:26: Und einige nettozahler Länder haben sich darauf verständigt, dass wir das eigentlich als Nogo-Box bezeichnen weil unter dem letzten Vorsitz Zyperns eben eine Verhandlungsbox vorgelegt wurde wo nicht einmal zwei Prozent gekürzt wurden also wo noch nicht klare Prioritäten und noch kein klarer Mehrwert erkennbar ist vorgelebt wurde.
00:03:47: Das ist in unseren Augen ein Tropfen auf dem heißen Stein.
00:03:50: da müssen die schon Grundlegende auch darüber sprechen uns zurecht jetzt auch vom irischen Vorsitz, dass hier eine bessere Verhandlungsbox vorgelegt wird.
00:04:00: Österreich will gleichzeitig mehr europäische Handlungsfähigkeit bei Sicherheit Forschung Wettbewerbsfähigkeit Migration und Landwirtschaft.
00:04:09: wie passt das mit der Forderung nach einem deutlich kleineren Budget zusammen?
00:04:15: Prioritäten zu setzen bedeutet nicht, dass man jede Wunschliste abarbeitet und automatisch erfüllt.
00:04:21: Selbstverständlich hat jedes der siebenundzwanzig EU-Länder hier unterschiedliche Schwerpunkte und unterschiedliche Bereiche wo wir ein starkes Europa auch brauchen.
00:04:29: aber ich denke wir sollten uns gerade anlässlich der Budgetverhandlungen auch stärker mit der Frage beschäftigen Wo brauchen wir?
00:04:36: Denn diese Handlungsfähigkeit, wo müssten sich siebenundzwanzig Länder einig sein und wo sind Entscheidungen ohnehin auch rechtlich besser aufgehoben?
00:04:45: Auf nationaler Ebene das Prinzip der Subsidiarität.
00:04:48: Das ist in den vergangenen Jahren ja manchmal zu sehr in den Hintergrund gerückt denn man hat sie neue Kompetenzen irgendwie geschaffen, es wurden neue Institute bzw.
00:05:01: Institutionen schlussendlich auch eingerichtet und man hat sich mit Politikbereiche auseinandergesetzt die eigentlich zu hundert Prozent in nationaler Aufgabe sind.
00:05:10: und das ist etwas was uns sehr von diesem Weg abgebracht hat.
00:05:13: und gerade dann wenn's ums Geld geht sollten wir uns darauf fokussieren wo wir geeint als Europäische Union, als Gemeinschaft von siebenundzwanzig EU-Mitgliedsländern auch wieder stärker vorangehen können.
00:05:25: und das ist selbstverständlich gerade was unseren Standort betrifft der Bereich Forschung, Wettbewerbsfähigkeit.
00:05:31: Die Wissenschaft hier profitiert Österreich enorm aber auch wenn es um Regionengerechtigkeit den ländlichen Raum die Landwirtschaft geht Migration gerade dieser Tage ein ganz aktuelles Thema wo wir stärken denn je Wiederhandlungsfähigkeit unter Beweis stellen müssen und dass alle sieben und zwanzig hier auch einem Strang ziehen.
00:05:48: Das habe ich gerade die letzten Tage sehr vermisst, wenn wir an Spanien denken.
00:05:52: also das sind alles die Dinge wo wir tatsächlich ein Mehrwert zeigen können und es ist auch nicht so dass wir jedes Problem jede europäische Herausforderung mit einem zusätzlichen Fördertopf Regeln und lösen können.
00:06:04: Gerade im Bereich der Wettbewerbsfähigkeit sollten öffentliche Investitionen durch EU-Steuergelder eher dazu führen, dass Dinge angekurbelt werden und selbstlaufen lernen anstatt vollständig private Investition zu ersetzen.
00:06:19: also es geht auch darum das wir nicht nur den Fokus auf Steuergelder legen, sondern auch wie private Gelder stärker mobilisiert werden können.
00:06:27: Im Sinne einer Kapitalmarktonion beispielsweise das der Binnenmarkt vollendet und vertieft wird in dem Bürokratie abgebaut wird – das wäre schon mal eine wesentliche Komponente, dass der Standort auch attraktiver wird, dass Energie leistbarer wird durch ein neues Stromarkt-Design des Allessenrahmenbedingungen die nicht unmittelbar immer einen neuen Fördertopf bedeuten aber eine massive und positive Auswirkung hätten.
00:06:51: Wo kann die EU konkret sparen, ohne Europa zu schwächen?
00:06:55: in den Bereichen wo sie keine Kompetenz hat.
00:06:58: Wir haben unterschiedliche Entscheidungsebenen, das kennen wir manchmal aus dem etwas und manchmal auch zu recht komplizierten System in Österreich mit unterschiedlichen Gebietskörperschaften mit dem Bundesländerngemeinden unter Bundesebene und auf EU-Ebene haben wir klare Zuständigkeiten und wir sollten uns genau hier auf die Bereiche konzentrieren, wo wir ein starkes Europa brauchen, wo wie auch rascher Entscheidungen treffen können.
00:07:22: also gerade diese Handlungsfähigkeit war ja die letzten Jahre manchmal etwas geschwächt, weil die Entscheidungsfindung manchmal auch zu recht lange dauert.
00:07:32: Aber wir sollten uns hier genau auf diese Bereiche konzentrieren statt der Aufgaben, die ohnehin nur auf nationaler Ebene geregelt werden.
00:07:40: Wann ist ein EU-Budget aus Ihrer Sicht wirklich stark?
00:07:45: Ein Kollege hat einmal gesagt, wenn alle Länder gleich unzufrieden sind.
00:07:50: Ich glaube es ist ums positiv zu formulieren ein gutes Ergebnis, wenn wir tatsächlich uns auf die Aufgabenbereiche fokussieren wo es die starke europäische Union braucht und wo wir gemeinsam vorankommen wollen, wo wir auch wieder ja nicht nur Passagiers sind im Weltgeschehen sondern tatsächlich auch Selbstverantwortung übernehmen und nicht nur sozusagen zusehen was rund um uns und insbesondere in anderen Konten auch passiert.
00:08:16: Das ist für mich ganz wichtig.
00:08:17: und wo wir auch verstanden haben, dass es nicht um auf jeden Steuer-Euro drauf ankommt sondern wie wir Rahmenbedingungen gerade jetzt auch so legen können das wir den Binnenmarkt vertiefen, dass wir eine Kapitalmarktunion schaffen, dass nicht jedes Jahr dreihundert Milliarden Euro europäische Erspannisse übersehen in den USA veranlagt werden, sondern in Europa veranlockt werden.
00:08:39: Das würde schon enorm helfen und das muss nicht immer alles mit Steuergeld geregelt.
00:08:44: Sie haben eine Debatte über die Zahl der EU-Kommissare und Kommissarinnen angestoßen.
00:08:50: Warum sind siebenundzwanzig Kommissionsmitglieder aus ihrer Sicht zu viele?
00:08:55: Wir haben ja die letzten Jahre gesehen, dass Trotzdem, dass in den EU-Verträgen die Möglichkeit vorgesehen ist eine kleinere reduzierte Kommission vorzusehen.
00:09:05: Dass immer automatisch davon ausgegangen wird wenn sich eine Kommission bildet braucht jedes Mitgliedsland einen eigenen Kommissar und ich finde es kann man durchaus infrage stellen denn wir haben mittlerweile ja Kommissariate wo nicht ganz klar ist sind die für tatsächlich eine europäische Kompetenz auch verantwortlich?
00:09:25: oder sind es Bereiche wie beispielsweise Jugend, Generationen, Sport und Kultur?
00:09:31: nichts davon ist europäische Kompetenz, das liegt allesamt in den Mitgliedstaaten zurecht.
00:09:36: Brauche ich dafür einen eigenen Kommissar?
00:09:38: Ich glaube nicht und dahinter steht ja nicht nur sozusagen der Kopf der Kommission sondern auch wiederum viel Administration, viel Verwaltung und selbstverständlich möchte jeder dann zu Recht einen Leistungsbericht eine Bilanz vorweisen dessen was man gemacht hat in seiner Amtsperiode.
00:09:55: also ich glaube hier sollte man sie tatsächlich auf die Bereiche konzentrieren gerne hier noch stärker werden gerade wenn an Außenpolitik auch denke, dass wir es hier mit unterschiedlichen Kontinenten und auch Weltregionen zu tun haben.
00:10:07: Ich glaube da könnte man durchaus besser aufgestellt sein.
00:10:09: aber ich glaube es braucht in meinen Augen nicht immer die gleiche Anzahl an Kommissaren wie EU-Mitgliedsländern weil wir ja auch davon ausgehen das wir hoffentlich wachsen werden die nächsten Jahre.
00:10:20: und wenn ein achtundzwanzigstes EU Mitglied vielleicht mit Montenegro die nächsten jahre dazu kommt glaube ich wäre das der gegebener Anlass dass man sich anschaut okay Wo braucht es Kommissionsmitglieder?
00:10:32: Wo braucht politische Verantwortung auf EU-Ibene, wo haben wir sie denn überhaupt auch und wo können wir reduzieren.
00:10:37: Und diese doch manchmal überschneidenden und wenig verständlichen Ressorts und Portfolios auch klarer machen.
00:10:46: Ein Vorschlag könnte achtzehn statt siebenundzwanzig Kommissionsmitglieder lauten und eine strikt gleichberechtigte Rotation.
00:10:54: Wie würde dieses Modell funktionieren?
00:10:57: Dieses Modell kann gut funktionieren, weil es auch in den EU-Verträgen so vorgesehen ist.
00:11:01: Es hat hier auch schon mal vor einigen Jahren einen Anlauf dafür gegeben.
00:11:06: Das war dann nicht die Begeisterung von allen Mitgliedsländern zu hoch aber das wäre genau etwas wo man tatsächlich Beteiligung aller Länder schaffen kann in regelmäßigen Abständen.
00:11:15: Das heißt, dass es nicht den großen EU-Mitgliedsländern vorbehalten sondern in einer regelmäßiger Rotation kommt jeder einmal dran und die EU Kommission ist ja sowas wie die Exekutive der Institutionen.
00:11:28: Die Länderinteressen werden ja selbstverständlich weiterhin vertreten.
00:11:32: Einerseits im EU-Parlament, wo jedes Land eine gewisse Anzahl von Parlamentariern auch direkt wählt und andererseits insbesondere durch den Europäischen Rat, wo regelmäßig die Staats- und Regierungschefs zusammenkommen, wo alle Fachminister auch gemeinsam mit ihrem Pendant der weiteren Sächsungsanziehung Mitgliedsländer europäische Politik machen und genau mit der Perspektive der Länderinteressenten.
00:11:55: Das heißt das ist ja ohnehin gegeben.
00:11:57: Aber dieses Exekutivorgan, sozusagen die ausführende Regierung wenn man so will.
00:12:02: Das ist etwas was wir tatsächlich auf europäische Kompetenzen auch verstärken und fokussieren sollte.
00:12:09: Wäre Österreich tatsächlich bereit zeitweise auf einen eigenen Kommissar oder eine Kommissarin zu verzichten?
00:12:15: Und verlieren wird dadurch nicht Einfluss in Brüssel?
00:12:19: Natürlich!
00:12:19: Wer A sagt muss auch B sagen Gut, wenn wir hier eine Rotation auch schaffen.
00:12:25: So kommt jedes Land regelmäßig auch dran.
00:12:27: dann ist wie gesagt nicht so dass sie das nur auf die großen europäischen Länder schlussendlich verteilt diese wichtigen Positionen.
00:12:35: aber ich glaube wie gesagt dass wir handlungsfähiger nur werden können wenn wir auch bereit sind irgendwie abzuspecken links und rechts und uns tatsächlich auch dem Mut haben Bereiche politischen Bereiche zu konzentrieren, wo wir tatsächlich Entscheidungskompetenz und politische Kompetenz- und Verantwortung haben.
00:12:54: Geht es bei einer kleineren Kommission vor allem um Span oder um bessere politische Entscheidungen?
00:13:00: Es sollen ja rund zweitausendfünfhundert zusätzliche Stellen und deutlich höhere Verwaltungsausgaben im Raum stehen.
00:13:07: Warum sehen Sie diese Ausgaben so kritisch?
00:13:10: Die Verwaltungsausgaben sind einer der vier Hauptbereiche des EU-Budgets, die vorgeschlagen sind.
00:13:17: Die sogenannte Rubrik IV und bei den Verwaltungsausgaben hat die Kommission ein Plus von fast vierzig Prozent vorgeslagen für die nächste Finanzperiode.
00:13:28: Und das geht sich in meinen Augen einfach nicht aus mit der Zielsetzung dass wir eigentlich in Innovation stärker werden wollen.
00:13:34: Digitalisierung, Automatisierung nutzen auch eGovernment.
00:13:38: jedes Mitgliedsland ist hier sehr, sehr stark aufgestellt und arbeitet auch stetig daran die Dinge weiterzuentwickeln.
00:13:45: Wir haben die ID Austria in Österreich mit E-Gabernment Tools eigene Apps wo man Behördengänge erledigen kann und dann auf europäischer Ebene wird uns sozusagen das Gegenmodell präsentiert nämlich vierzig Prozent mehr Verwaltungsausgaben, zweitausendfünfhundert zusätzliche Bedienstete.
00:14:03: des Schreit nach Bürokratie der schreit noch zusätzlichen Regulierungen bzw.
00:14:09: instanzen, die ja auch Berichtspflichten wahrscheinlich kontrollieren werden und das arbeitet hier in eine völlig falsche Richtung.
00:14:18: Bei uns in Österreich geht es eben genau darum dass wir effizienter werden, dass wir Doppelgleisigkeiten abbauen und in den Bundesländern ist es ja bereit so, dass beispielsweise nach Pensionierungen nicht mehr nachbesetzt wird wie schlankere Strukturen auch schaffen und das erwarte ich mir auch von der Europäischen Union.
00:14:35: Kommen wir nun zum Thema EU-Erweiterung und speziell nach der Frage zu Ukraine.
00:14:40: Österreich unterstützt die Ukraine politisch, humanitär und beim Wiederaufbau – was ist Ihnen wichtig wenn Sie von europäischer Solidarität mit der Ukraine sprechen?
00:14:50: In der Ukraine spüren die Menschen tagtäglich, was es heißt für europäische Werte einzutreten.
00:14:56: Europäische werten auch zu verteidigen.
00:14:58: und selbstverständlich unterstützt hier auch Österreich im Rahmen seiner verfassungsrechtlichen Möglichkeiten.
00:15:03: Und ich glaube wir sind gerade in den letzten Jahren viel deutlicher geworden, was das bedeutet ein neutrales Land zu sein?
00:15:10: Die Neutralität alleine schützt auch uns in Österreich nicht.
00:15:13: Aber wir definieren sie, finde ich, viel zielgerichteter mittlerweile.
00:15:18: Wir sind militärisch neutral aber niemals politisch.
00:15:21: Wenn hier ein Angriffskrieg der Völkerrechtswidrig ist auf unserem Kontinent in unserer unmittelbaren Nachbarschaft passiert dann können wir hier nicht einfach zu sehen.
00:15:30: Sie waren zugleich vor einem Turbobeitritt.
00:15:33: Warum ist Unterstützung für die Ukraine aus ihrer Sicht nicht automatisch?
00:15:37: Ein Blankoscheck für einen raschen EU-Beitritt?
00:15:40: Selbstverständlich ist es wichtig, dass die Ukraine genauso wie andere Beitrittskandidatenländer eine realistische europäische Perspektive bekommt.
00:15:49: Und das gilt jetzt nicht nur für die Ukraine sondern für jedes Beitrittskandidatenland.
00:15:53: überall wo wir als Europäische Union ein Vakuum hinterlassen fühlen das sofort Drittstaaten und es ist ein klares Bekenntnis der Ukraine den Pfad in Richtung Europa, in Richtung Europäische Union weiterverfolgen wollen und hier näher an uns herankommen wollen.
00:16:10: Und diese Perspektive unterstützen wir selbstverständlich aber es darf nie dazu führen dass jetzt zwei Klassen von Beitrittskandidatenländern irgendwo entstehen.
00:16:19: für Die Beitrittskandidatenländer am Westbalkan beispielsweise gelten seit zwanzig Jahren.
00:16:25: Die gleichen Regeln aber bei der Ukraine und beim Moldau schaffen wir es dann irgendwo in einem Schnellverfahren, dieser Eindruck wird zumindest erweckt.
00:16:33: in manchen Bereichen und davor warnen wir zutiefst.
00:16:37: für Österreich gilt der leistungsbasierte Ansatz, der hat für alle Beitrittskandidaten Länder zu gelten und da muss auch die Ukraine ihre Hausaufgaben machen gerade wenn es darum geht dass wir Rechtsstaatlichkeit stärken, der Kampf gegen Korruption auch Demokratie, da das jetzt viele Jahre nicht gewählt worden wieder stattfindet.
00:16:54: Das sind die sogenannten Fundamentals des EU-Beitritts und genauso wird es bei der Ukraine sein.
00:17:00: Die Ukraine hat fast vierzig Millionen Einwohner und ich glaube dass hier durchaus die kommenden Beitritte vom Montenegro Ein sehr, sehr positives Beispiel sein können für alle weiteren Beitrittskandidatenländer.
00:17:14: Dass man sieht okay es kann passieren.
00:17:16: wir können es schaffen wenn wir an diesen Pfad dran bleiben an dem Pfad der Reformen die alles notwendig sind bevor man in die Europäische Union beitritt.
00:17:25: mit gratueller Integration glaube ich schafft man auch Möglichkeiten wie man ja das kann man durchaus so sagen die Laune auch bei den Menschen aufrecht erhält denen vor Jahren und Jahrzehnten versprochen wurde, dass sie früher oder später EU-Bürgerin, EU- Bürger werden.
00:17:40: Und das man sieht okay es zahlt sich aus wenn ich Reformen auf nationaler Ebene mittrage.
00:17:44: Das ist natürlich auch in den Beitrittskandidaten Ländern nicht immer einfach.
00:17:47: aber genau hier müssen wir dran bleiben und tatsächlich nur Dinge versprechen die wir auch wahrmachen können.
00:17:55: Hier sind wir beitrits müde geworden die letzten Jahre.
00:17:58: Aber das bedeutet keinesfalls, dass wir die Regeln lockern und schon gar nicht für einzelne Länder.
00:18:03: Wenn wir auf das Jahr zwanzig-vierunddreißig schauen, was müsste sich bis dahin in Europa verändert haben und was sollen Österreicherinnen und Österreichern von einem besseren Europa im Alltag merken?
00:18:15: Die Europäische Union ist hoffentlich im Jahr zwanzig-vierzig in acht Jahren handlungsfähiger geworden.
00:18:24: hat den Platz auf der Weltbühne auch zurückgefunden.
00:18:27: Wir haben hoffentlich viele Entscheidungen getroffen, die unseren Binnenmarkt verstärken und vertiefen.
00:18:32: Ich hoffe darauf dass die Kapitalmarktunion dann Realität ist und das tatsächlich damit auch ein Anreiz gesetzt wird wie man zum Beispiel auch Unternehmen, Startups in Europa auch besser unterstützen kann.
00:18:44: da sehen wir von diesem Mindset würde ich sagen noch etwas weiter entfernt als so manch andere Kontinente.
00:18:53: auch mehr EU-Mitgliedsländer aufgenommen haben.
00:18:58: Montenegro, hoffentlich wird hier schon mit dabei sein, mit sechshundertzwanzig Tausend Einwohnern.
00:19:02: Das ist etwas was wir auch bewältigen und diese großen Beitrittswellen gehören ohnehin der Vergangenheit an.
00:19:07: wenn man an die Jahre zwanzig ... Entschuldigung, zwei tausend vier denkt dann war das damals eine Welle wo zehn Länder beigetreten sind der Europäischen Union ja ich hoffe wir sind größer geworden stärker geworden handlungsfähiger geworden haben wir uns genau auf diese Bereiche fokussiert, wo die Europäische Union einen Mehrwert im täglichen Leben liefert für diejenigen, die Beschäftigung und Arbeitsplätze auch auf unserem Kontinent schaffen.
00:19:34: Aber genauso auch für die Bürgerinnen und Bürger.
00:19:37: Vielen Dank für den spannenden Austausch!
00:19:39: Das war noch eine Folge am Baldhausplatz dem Podcast des österreichischen Bundeskanzlers nachzuhören überall dort, wo es Podcasts gibt.